Mit dem Krieg in der Ukraine und massiven Lockdowns in China, welche die Situation einer bereits gezeichneten globalen Lieferkette aufgrund der anhaltenden Pandemie und der explodierenden Transportkosten verschärfen, haben sich die Hersteller gezwungen gesehen, neue Ansätze zu verfolgen, um nicht nur ihre Widerstandsfähigkeit zu verbessern, sondern auch ihr Endergebnis zu schützen.

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PROBLEME IN DER LIEFERKETTE UND DIE VERHEERENDEN AUSWIRKUNGEN AUF UNTERNEHMEN

Die großen Nachwirkungen von COVID-19 und die Ukraine-Krise haben einen Bruch in den Rädchen der Material- und Produktionslieferketten verursacht. Aber abgesehen von Schwierigkeiten in Zusammenhang mit kurzfristigen Geschäftsabläufen, haben diese Krisen große wirtschaftliche Probleme für Unternehmen intensiviert.

In seiner Umfrage mit dem Titel The Business Costs of Supply Chain Disruption berichtete The Economist, dass 2/3 der Befragten aufgrund von Ausfällen in der Lieferkette Umsatzeinbußen zwischen 6 und 20 % erlitten haben. In ähnlicher Weise zeigt der Interos-Jahresbericht 2021 über die globale Lieferkette, dass die Unternehmen durchschnittlich 184 Millionen US-Dollar verlieren – auch in diesem Fall aufgrund von Störungen in der Lieferkette.

Das Forschungsunternehmen McKinsey schätzt, dass Milliarden von Gewinnen verpuffen werden, wenn Unternehmen ihre Strategie zur Lieferkettenverwaltung nicht ändern. Experten rechneten sogar, dass die Verluste in Verbindung mit Störungen in der Lieferkette 42 % des Jahresergebnisses vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen über ein Jahrzehnt ausmachen werden. Basierend auf der Einschätzung von McKinsey hat Conexiom Folgendes angedeutet:

Innerhalb von 10 Jahren werden die Störungen in der Lieferkette fast die Hälfte (45 %) des Jahresgewinns von Unternehmen ausmachen. Eine langfristige Produktionsstörung könnte Unternehmen 30-50 % des jährlichen EBITDA kosten. Eine Störung von lediglich 30 Tagen oder weniger könnte sich in Verlusten in Höhe von 3-5 % des EBITDA niederschlagen.

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ESG-GESETZGEBUNG UND INTERESSENVERTRETUNG: IMMER KOMPLEXERE LIEFERKETTEN

Die Pandemie und die geopolitische Unsicherheit sind nicht die einzigen Faktoren, welche die Lieferketten überall beeinflussen.

Der zunehmende Druck seitens der Akteure sowie die globale und nationale Gesetzgebung zwingen die Unternehmen dazu, ihre Ziele in den Bereichen Umwelt, Soziales und Corporate Governance (ESG) zu überdenken, was zwangsläufig zu Veränderungen bei der Beschaffung und den Lieferkettenstrategien von Unternehmen führen wird.

Laut dem Circularity Gap Report von Circle Economy verbraucht die Welt 100 Milliarden Tonnen (Gt) Material pro Jahr. Und mit der heutigen linearen Ökonomie mit der „Nehmen, Herstellen, Verbrauchen und Entsorgen“-Mentalität bedeutet dies, dass die Welt nur zu 8,6 % zirkulär ist, was eine enorme Zirkularitätslücke und möglicherweise verheerende Folgen für zukünftige Generationen hinterlässt.

Unabhängig davon, ob es das Übereinkommen von Paris, das darauf abzielt, die Treibhausgasemissionen auf globaler Ebene drastisch einzudämmen, nationale Rechtsvorschriften, wie die nachhaltige Produktpolitik der EU, oder auch Unternehmensinvestoren sind, die eine bessere Einhaltung der ESG-Richtlinien fordern, haben Unternehmen damit begonnen, neue Strategien zu entwickeln – oder ihre Unternehmen sogar vollständig umzuwandeln –, um ihre Auswirkungen auf den Klimawandel und gesellschaftliche Fragen zu verhindern. Tatsächlich ist die Zirkularität in vielen Fällen für Mitglieder der Vorstandsebene zur obersten Priorität geworden.

Besonders interessant ist, wie sich jetzt Mitglieder der Vorstandsebene und Branchenexperten gleichermaßen vorstellen, wie die Kreislaufwirtschaft Unternehmen bei der Lösung vieler Fragen der Lieferkette helfen kann, indem sie eine ganz neue Dimension für eine nachhaltigere Beschaffung sowie weniger Abfall und Treibhausgasemissionen eröffnet – ohne dabei Abstriche bei der Rentabilität zu machen.

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INITIATIVEN FÜR DIE KREISLAUFWIRTSCHAFT: WICHTIG FÜR DEN AUFBAU DER WIDERSTANDSFÄHIGKEIT DER LIEFERKETTE

Erinnern Sie sich an die oben genannte Statistik mit der Angabe von 8,6 %? In Anbetracht der Tatsache, dass nur 8,6 % der 100 Milliarden Tonnen fossiler Brennstoffe, Mineralien, Metalle und Biomasse, die in die Wirtschaft gelangen, jährlich wiederverwendet werden, gibt es eine Fülle ungenutzter Möglichkeiten, den Materialverbrauch durch zahlreiche verschiedene kreislauforientierte Ansätze zu reduzieren, wie zum Beispiel:

  • die Entwicklung von Produkten, die weniger Ressourcen verbrauchen und für die Wiederverwendung oder das Recycling einfach zerlegt werden können
  • ein Umdenken im Bereich der Verpackungen, um ihre Notwendigkeit zu minimieren
  • Partnerschaften mit lokalen anstatt ausländischen Lieferanten für die Beschaffung und Produktion; auch wenn die Anfangskosten möglicherweise höher sind, kann diese Art von Strategie die erheblichen wirtschaftlichen Belastungen, die sich aus Störungen in der Lieferkette ergeben, verringern
  • die Zusammenarbeit mit lokalen Recyclinganbietern, um dringend benötigte Materialien zu erhalten, anstatt sich für neue Materialien zu entscheiden, die oft international beschafft werden müssen
  • die Wiederverwendung oder das Recycling überschüssiger Bestände, die nicht verkauft werden können, über traditionelle oder alternative Kanäle, was wiederum eine ausgezeichnete Quelle für hochwertige Materialien sein kann
  • das Angebot von Produktreparatur- und Wartungsdiensten, um Produkte so lange wie möglich verwenden zu können, wodurch neue Einnahmequellen mit Modellen zur Zahlung pro Reparatur oder erweiterten Garantien erschlossen werden können
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Aus dem Interview von Supply Chain mit Sarah Watt, Senior Director Analyst bei der Lieferkettenpraxis von Gartner, ging Folgendes hervor:

„Die Kreislaufwirtschaft schafft ein Ökosystem aus Materialien. Was früher als Abfall galt, hat heute einen Wert.“

Diese Lösungen werden im jüngsten Artikel von Gartner über 3 Lieferketten-Strategien zur Beschleunigung der Ergebnisse der Kreislaufwirtschaft deutlich hervorgehoben:

Das Schöne an diesen Lösungen besteht nicht nur darin, Unternehmen zu helfen, ihre ESG-Ziele zu erreichen, indem sie ihre Lieferketten ändern. Vielmehr ist es eine Win-Win-Situation, da die Kreislaufwirtschaft dazu beitragen kann, den Druck von Lieferketten zu nehmen, indem lokale Fähigkeiten entwickelt werden, welche die Widerstandsfähigkeit tatsächlich verbessern und Geschäftskontinuität gewährleisten können.

EY hatte viele geschäftliche Vorteile der Kreislaufwirtschaft und von geschlossenen Lieferketten identifiziert, wie langfristiger Wert für Akteure (Kunden, Investoren, Gemeinden, Partner usw.), Kostensenkungen, höhere Umsätze und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.

Mitglieder der Vorstandsebene und Führungskräfte in der Lieferkette nehmen dies zur Kenntnis. Eine Umfrage von Gartner, die noch vor der Pandemie durchgeführt wurde, zeigte, dass 70 % der führenden Akteure in der Lieferkette in die Kreislaufwirtschaft investieren möchten.

Alles zusammenbringen: Wie End-to-End-Rückverfolgbarkeitslösungen die Zirkularität und die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette unterstützen

Im Interview von Supply Chain mit Analystin Sarah Watt: Während Zirkularität Unternehmen ermöglicht, Lieferkettenprobleme anzusprechen, fehlt ein Puzzle-Stück, das berücksichtigt werden muss, nämlich die Rolle der Technologie. Sie erklärte:

[Kreislauf-]Ökosysteme sind komplex und beinhalten viele Interdependenzen und Rückkopplungsschleifen. Die digitale Technologie hat das Potenzial, Transparenz zu schaffen und eine bessere Entscheidungsfindung in Bezug auf Rohstoffe und Dienstleistungen zu ermöglichen. Bereits jetzt glauben 35 % der Unternehmen, dass die digitale Technologie ein Schlüsselfaktor für ihre Kreislaufwirtschaftsstrategien sein wird, aber nur sehr wenige nutzen die Technologie derzeit für diesen Zweck.“

Aber das bedeutet nicht, dass der Wandel nicht stattfindet. Da Unternehmen die ESG-Konformität nachweisen müssen, müssen sie in Bezug auf ihre Lieferketten vollständig transparent sein.

Beispielsweise bietet das Greenhouse Gas Protocol einen Rahmen zur Standardisierung der Treibhausgasbilanzierung, damit Unternehmen ihre Emissionen besser messen und verwalten können. Der Batteriepass der Global Battery Alliance verpflichtet EV- und Batteriehersteller, ihre Beschaffungs-, Produktions-, Recycling- und Entsorgungspraktiken in der gesamten Wertschöpfungskette vollständig offenzulegen.

Hier kommt die digitale Technologie ins Spiel, nämlich die End-to-End-Rückverfolgbarkeitslösungen von OPTEL. Mit diesen robusten Tools können Unternehmen ihre Lieferketten vollständig transparent machen – nicht nur dazu, um die Compliance nachzuweisen, sondern auch, um ihren Betrieb auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft zu optimieren und widerstandsfähigere Lieferkettennetzwerke zu unterstützen.

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